Mit Schwung ins neue Jahr

Kennt ihr eigentlich alle Überflieger im Land? Auch Maik und Stefan Berke aus Elbingerode im Harz?  Die beiden könnte man durchaus für waghalsig halten. Wer kommt schon auf die Idee, im Harz die längste Doppelseilrutsche Europas zu installieren, an der sich jeden Tag Adrenalindurstige festbinden und mit 90 Kilometern pro Stunde über die Rappbodetalsperre schwingen? Doch die beiden Unternehmer haben Erfolg. Ihre Ideen treffen buchstäblich den Nerv der Zeit, über alle Generationen hinweg. Die bisher älteste Kundin an der sogenannten Megazipline ist 87 Jahre alt, der jüngste Gast gerade einmal zehn. Sie alle wollen einen kurzen Moment lang den Boden unter ihren Füßen verlieren. Und vielleicht wollt ja auch ihr mit Schwung ins neue Jahr. "Wir fliegen bis 31.12.", hat mir Maik Berke gesagt.


Machet die Tore weit

Ihr Lieben. Ihr kennt doch sicher das Weihnachtslied "Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit"? Es wird häufig in der Kirche gesungen. Die meisten, die ich kenne, gehen an Heiligabend in die Kirche – egal, ob sie Christen sind oder nicht. Egal, ob es das einzige Mal im Jahr ist, dass sie in die Kirche gehen. "Es gehört einfach dazu", sagen sie dann. Oder: "Das ist immer so schön". Meist führen die Kinder aus dem Ort auch das Krippenspiel auf. Ihr kennt das ja: Josef und seine hochschwangere Maria klopfen an jede Herberge, aber keiner will sie aufnehmen. Letztlich finden sie sich zwischen Tieren in einem Stall wieder, wo Maria ihr Kind zur Welt bringt.

Habt ihr euch eigentlich auch schon mal darüber empört, wie man eine schwangere Frau mit Wehen in der Nacht stehen lassen kann? "Was wollt ihr hier?", muss ich mir jedes Jahr in der Weihnachtszeit gemeinsam mit einem kleinen "Josef" und einer kleinen "Maria" von den ebenso kleinen "Herbergsleuten" aus Kindergarten und Schule anhören. Und immer denke ich: "Mann! Sie ist schwanger! Und wenn ich mein eigenes Bett räumen müsste: Lasst sie doch einfach rein!" Dabei können die Mäuse gar nichts dafür. Sie spielen nur nach, was sich vor etwa 2000 Jahren angeblich so in Bethlehem zugetragen haben soll. Aber das ist ja zum Glück lange, lange her und heute wissen wir alle es besser als die Menschen damals... Wir würden Maria natürlich herein lassen!

Wirklich? Würden wir das? Seid ihr euch sicher? Was, wenn es nun nicht Josef und Maria, sondern Yusuf und Maryam wären, die an unsere Tür klopfen? Macht das einen Unterschied? Nein, nicht in Bethlehem. Nicht irgendwo dort draußen in der Welt. Hier, in Sachsen-Anhalt. Zum Beispiel in der zentralen Anlaufstelle in Halberstadt. Oder an einem anderen Ort, wohin sie von Halberstadt aus verteilt werden. Die Flüchtlinge haben einen weiten, beschwerlichen Weg hinter sich. Haben Angehörige verloren. Haben nichts mehr, wofür es sich lohnt, zurückzukehren. Sind froh, dass sie ihr Leben retten konnten. Sagen wir "Willkommen. Ruht euch aus. Sorgt euch nicht. Hier seid ihr sicher"? Sagen wir es? Sagen wir "Uns geht es gut. Wir haben mehr als genug. Wir möchten gern mit euch teilen"? Wir sollten es sagen.

Ich wünsche euch ein schönes und besinnliches Weihnachtsfest und schreibe euch noch die zweite und dritte Strophe des Weihnachtsliedes "Macht hoch die Tür, die Tor' macht weit" auf. Hier findet ihr auch die Melodie und ein schönes Video dazu. 

Er ist gerecht, ein Helfer wert;
Sanftmütigkeit ist sein Gefährt,
sein Königskron ist Heiligkeit,
sein Zepter ist Barmherzigkeit;
all unsre Not zum End er bringt,
derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
mein Heiland groß von Tat.

O wohl dem Land, o wohl der Stadt,
so diesen König bei sich hat.
Wohl allen Herzen insgemein,
da dieser König ziehet ein.
Er ist die rechte Freudensonn,
bringt mit sich lauter Freud und Wonn.
Gelobet sei mein Gott,
mein Tröster früh und spat.

Der Kuschelfaktor

Hallo, da draußen! Jemand da? Ich muss mal kurz was loswerden. Ich rege mich immer so auf, wenn jemand diese bestimmte Grundhaltung hat, nach dem Motto "Mir geht's so schlecht und alle anderen sind schuld". Am liebsten wird ja auf die Politiker geschimpft. Die sind ja überhaupt an allem schuld. Und wehe, mein eigenes Leben verläuft nicht optimal oder ist nicht so komfortabel, wie es meiner Ansicht nach sein sollte! Gesetze und äußere Bedingungen sollen gefälligst genau so gestaltet sein, dass ich überall das Beste für mich selbst herausholen kann. Dass es noch mehr als 80 Millionen andere Deutsche mit anderen Bedürfnissen gibt und die Verhältnisse im Land irgendwie allen ein bisschen gerecht werden müssen und damit niemandem voll entsprechen können, tut da nichts zur Sache.
Und genau diese Grundhaltung blitzt auch manchmal in der Debatte über Abwanderer, Hierbleiber und Zurückkehrer.


Ganz neue Seiten

Für Schwarzseher gibt es jetzt ganz neue, farbenfrohe Ansichten: Das Ministerium der Finanzen des Landes Sachsen-Anhalt hat ein Magazin herausgegeben, in der man ein paar gute Beispiele nachlesen kann, was im Land so angestoßen wird.


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